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Was ist ein Mentorenprogramm ?
mentor (gr.) Erzieher, Ratgeber
Seit dem Wintersemester 1997/98 gibt es an der Fakultät für Mathematik ein Mentorenprogramm. Jedem Studierenden der Mathematik wird dabei eine Professorin oder ein Professor als "Mentor" zugeteilt. Dieser steht als Ansprechpartner in allen Fragen des Studienablaufs zur Verfügung. Mentoren sollen insbesondere bei der individuellen Studienplanung und -organisation behilflich sein und Ratschläge erteilen. Dadurch können sie dazu beitragen, dass eventuelle Krisen während des Studiums bewältigt werden können, dass zeitraubende Irr- und Umwege oder Leerlaufphasen vermieden werden und so das Studium zielstrebiger durchgeführt werden kann.
Es zeigt sich immer wieder, dass vor allem zwei Phasen im Mathematikstudium vielen Studierenden Schwierigkeiten bereiten:
Das erste Problem entsteht manchmal gleich zu Beginn des Studiums, wenn der Übergang von der Schule zur Universität bewältigt werden muss. Da sich die an der Universität gelehrte Mathematik im Inhalt und der Vorgehensweise deutlich vom Schulunterricht unterscheidet, fühlen sich viele Studierende in dieser Phase verunsichert. Hier kann ein Gespräch zur Klärung beitragen, ob es sich um typische Übergangsschwierigkeiten handelt und wie man sie gegebenenfalls überwinden kann. Unter Umständen kann der Mentor aber auch helfen, falsche Vorstellungen vom Mathematikstudium und unzutreffende Erwartungen zu korrigieren.
Die zweite "kritische" Phase ist manchmal die Zeit nach dem Vordiplom, also zu Beginn des Hauptstudiums: Während im Grundstudium genau vorgeschrieben ist, welche Veranstaltungen besucht werden müssen und in welcher Reihenfolge, gibt es im Hauptstudium keine Pflichtveranstaltungen mehr. Vielmehr besteht ein breites Spektrum von Vertiefungsmöglichkeiten, aus dem die Studierenden auswählen können. Dieses große Angebot ist einerseits Beleg für die Vielfalt und Qualität der Forschungsaktivitäten an der Fakultät für Mathematik, andererseits kann es aber auf Studierende zunächst verwirrend wirken. Hier hilft der Rat des Mentors, individuelle Schwerpunkte zu setzen und gleichzeitig die für die Prüfungen am Ende des Studiums erforderliche Breite nicht zu vernachlässigen.
Die Professorinnen und Professoren der Mathematik sind davon überzeugt, dass die persönlichen Gespräche und Treffen in kleinen Gruppen zu einem guten, entspannten und vertrauensvollen Miteinander in der Fakultät beitragen.
Wie funktioniert das konkret?
Der erste Schritt für die Betreuung im Rahmen des Mentorenprogramms ist es, eine Professorin oder einen Professor als Ansprechpartner genannt zu bekommen. Bei Problemen im Studium steht dieser jederzeit für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Man muss seinen Mentor einfach nur ansprechen.
Neben der individuellen Beratung sind auch Gespräche und Erfahrungsaustausch in einer überschaubaren Gruppe Bestandteile des Mentorenprogramms. Jeder Mentor veranstaltet dazu in jedem Semester zumindest ein Treffen der von ihm betreuten Studierenden, bei dem in zwangloser Atmosphäre und ohne direkten Bezug zu einer Lehrveranstaltung oder bevorstehenden Prüfung über alle gerade interessierenden Fragen des Studiums gesprochen werden kann. Hier besteht auch Gelegenheit, andere Studierende kennenzulernen, insbesondere können ältere Studierende ihre Erfahrungen an jüngere weitergeben.
Häufig wird die Anonymität in einer großen Vorlesung als belastend empfunden. Dem wirkt die Arbeit in kleinen Tutorien entgegen, wie sie in Karlsruhe seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert wird. Auch die oben genannten Treffen der Mentorengruppen bieten Gelegenheit Kontakte zu knüpfen und mit Leidensgenossen über gemeinsame Probleme zu reden.
Die Professorinnen und Professoren der Mathematik sind davon überzeugt, dass die persönlichen Gespräche und Treffen in kleinen Gruppen zu einem guten, entspannten und vertrauensvollen Miteinander in der Fakultät beitragen.
Kommentar eines Beteiligten
Als ich damals zum ersten Mal an einem Treffen mit meinem Mentor teilnahm, konnte ich mir eigentlich nichts Genaues darunter vorstellen. Es entschied das Los, welchem Mentor man zugeteilt wurde. Da ich erst eine Woche hier in Karlsruhe an der Uni studierte, waren mir die Namen der Professoren nicht bekannt. Mittlerweile fand mein sechstes Treffen statt.
Am Anfang ist natürlich vieles neu. Das Treffen gab mir anfangs die Möglichkeit, mich ein bisschen auszutauschen, über Startschwierigkeiten zu reden und zu erfahren , was denn noch außer Mathe an unserer Fakultät so läuft (Sommerfest, Fußballspiel gegen die Dozenten). Es wurde natürlich auch über die Mathematik gesprochen, aber ich muss sagen, das stand meiner Meinung nach erst mal nicht im Vordergrund.
Zurückblickend würde ich sagen, dass es das erste Mal war, dass wir uns nicht über den Vorlesungsstoff oder die Übungsblätter oder sonst etwas Fachspezifisches mit einem Dozenten unterhielten.
Natürlich habe ich jetzt in meinem Studium eine gewisse Routine gewonnen. Ich habe einen besseren Überblick über mein Studium und dessen Strukturierung und Organisation bekommen.
Trotzdem traten auch Fragen/Probleme z.B. zum Vorlesungsstil einer neuen DozentIn auf. Diese Probleme sprach ich beim Mentorentreffen an. Auch wenn die Probleme nicht komplett gelöst wurden, gab es einem trotzdem die Möglichkeit sich unter ,,Seinesgleichen" auszutauschen und festzustellen, dass man nicht alleine dasteht.
Da es einem selbst überlassen ist, an den Treffen teilzunehmen und deswegen kein ,,Zwang auf einen ausgeübt wird, war es immer eine ,,lockere Unterhaltungsatmosphäre, wobei das Gesprächsthema natürlich von den jeweiligen Interessen abhing. Aber um auch einmal etwas von Kommilitonen zu erfahren, die man sonst kaum trifft, finde ich das Mentorenprogramm nicht schlecht.
Tobias Gäbele, 3.Semester Technomathe
Bilder
Auf diesen Seiten wollen wir ein paar Schnappschüsse aus den Mentorengruppen zusammenstellen. Zur Navigation haben wir links die Namen der Professorinnen und Professoren angegeben, die die Gruppe betreuen. Diese Auflistung ist bei weitem noch nicht vollständig und wird im Laufe der Zeit erweitert werden.
