Das Studium der Wirtschaftsmathematik setzt sich zusammen aus dem Bachelor in Mathematik (mit Profil Wirtschaftsmathematik) oder einem Bachelorstudium Wirtschaftswissenschaften und dem darauf aufbauenden Master in Wirtschaftsmathematik. Wir beschreiben die beiden Studiengänge nacheinander.
Bachelorstudium Mathematik
Der Bachelorstudiengang Mathematik verfolgt drei wesentliche Ziele: Zuerst - und in besonderem Maß - werden in diesem Studiengang breite mathematische Grundlagen gelegt, die dem Studierenden ein Weiterstudium in jedem Teilgebiet der Mathematik ermöglichen. Als zweites Ziel soll, aufbauend auf den in den ersten beiden Jahren erworbenen Grundlagen, exemplarisch an ein aktuelles Forschungsgebiet der Mathematik herangeführt werden, in dem am Ende des Studiums die Bachelorarbeit geschrieben wird. Drittens wird durch die Verpflichtung, ein Anwendungsfach zu wählen, schon frühzeitig (d.h. ab dem ersten Semester) die Anwendbarkeit von Mathematik vermittelt. Das Anwendungsfach wird von den entsprechenden Fakultäten angeboten.
Der Bachelorstudiengang Mathematik bietet drei unterschiedliche Profile. Neben dem Profil Wirtschaftsmathematik werden die Profile Mathematik und Technomathematik angeboten. Interessiert man sich für den weiterführenden Masterstudiengang Wirtschaftsmathematik, so empfehlen wir natürlich im Bachelorstudiengang das Profil Wirtschaftsmathematik. Aber auch bei der Wahl des Profils Mathematik mit dem Anwendungsfach Wirtschaftswissenschaften ist ein Masterstudium Wirtschaftsmathematik möglich, wenn gewissen Module (z.B. Optimierungstheorie) nachgeholt werden. In der folgenden Beschreibung beschränken wir uns aber auf das Profil Wirtschaftsmathematik.
Das Studium wird in Module gegliedert, wobei die meisten Module aus einer Vorlesung (mit oder ohne übung) oder einem Seminar bestehen. Für die sogenannten Basis- und Grundmodule (siehe unten) werden in der Regel zusätzlich Tutorien angeboten. Gewisse Module sind verpflichtend für jeden Studierenden, andere (die Wahlpflichtmodule) können je nach Vorliebe gewählt werden. Jedes Modul schließt mit einer Leistungskontrolle ab. Der durchschnittliche Arbeitsaufwand wird in Leistungspunkten gemessen. Im Allgemeinen werden Module benotet. Ausnahmen sind z.B. Seminarmodule, die nur bestanden oder nicht bestanden werden können. Die Note geht in die Endnote ein. Die Bachelorarbeit besteht aus einem eigenen Modul mit 12 Leistungspunkten. Insgesamt müssen im Bachelorstudium 180 Leistungspunkte erworben werden, etwa gleichmäßig verteilt auf 6 Semester.
Das 1. Jahr ist weitestgehend festgelegt. Grundlage (d.h. Basis) für alle weiteren Lehrveranstaltungen sind die beiden verpflichtenden Basismodule Lineare Algebra 1+2 und Analysis 1+2, die jeweils aus zwei Vorlesungen mit den zugehörigen übungen und Tutorien bestehen und von denen der erste Teil im 1. Semester und der 2. Teil im 2. Semester belegt werden muss. Am Ende des zweiten Semesters werden beide Module mit einer schriftlichen Modulprüfung abgeschlossen. Als Zulassungsvoraussetzung muss bei der Anmeldung zu diesen Prüfungen in jedem der beiden Module ein Übungsschein aus Teil 1 oder Teil 2 vorgelegt werden. Diese Module haben jeweils den Umfang von 18 Leistungspunkte.
Neben diesen Basismodulen wird empfohlen, im 1. Semester einen Programmierkurs im Umfang von 6 Leistungspunkten und im 2. Semester ein Proseminar (3 Leistungspunkte) zu belegen.
Schon am Anfang des Studiums wird das Anwendungsfach Wirtschaftswissenschaften studiert. Für das erste Jahr sind hier etwa 8-10 Leistungspunkte vorgesehen, insgesamt über alle 6 Semester des Bachelorstudiums beträgt das Anwendungsfach 29 Leistungspunkte.
Insgesamt sollte die Belastung im ersten Jahr den Umfang von 60 Leistungspunkten (je 30 Leistungspunkte in den ersten beiden Semestern) erreichen.
Die Stundenpläne des 2. und 3. Jahres sind nicht festgelegt, sondern können frei gestaltet werden. Es müssen allerdings das verpflichtende Basismodul Analysis 3 (9 Leistungspunkte) sowie die verpflichtenden Grundmodule Numerische Mathematik 1+2 (12 Leistungspunkte), Optimierungstheorie (8 Leistungspunkte), Einführung in die Stochastik (6 Leistungspunkte) und eines der Module Wahrscheinlichkeitstheorie oder Markovsche Ketten (6 Leistungspunkte) bestanden werden. Auch diese Module werden in der Regel in Klausuren geprüft. Es sind weiter ein Proseminar (sofern nicht schon im 2. Semester) im Umfang von 3 und ein Seminar im Umfang von 4 Leistungspunkten erfolgreich zu absolvieren.
Zusätzlich müssen im Profil Wirtschaftsmathematik 34 Leistungspunkte aus den Gebieten Algebra/Geometrie, Analysis, Stochastik oder Angewandte/Numerische Mathematik erworben werden, wobei mindestens 8 Leistungspunkte aus den Gebieten Algebra/Geometrie oder Analysis sowie mindestens 8 Leistungspunkte aus dem Gebiet Stochastik kommen müssen.
Schließlich muss das Anwendungsfach Wirtschaftswissenschaften fortgeführt und 6 Leistungspunkte an Schlüsselqualifikationen erworben werden.
Es wird ein (freiwilliges) Praktikum empfohlen. Der Aufwand wird mit 8 Leistungspunkten angesetzt, wenn am Ende ein kurzer Bericht abgegeben und eine Kurzpräsentation gehalten wird. Diese Leistungspunkte werden als Zusatzqualifikation gewertet.
Darüberhinaus können weitere Zusatzleistungen im Bachelorstudium - wie auch im Masterstudium - ausgewiesen werden, die aber weder in den erforderlichen Leistungspunkten noch in die Note eingerechnet werden.
Masterstudium Wirtschaftsmathematik
Der Masterstudiengang Wirtschaftsmathematik kann anschließend an den Bachelor Mathematik oder Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen studiert werden. Andere Bachelor-Abschlüsse sind ebenfalls hinreichend, sobald sie mindestens 180 ECTS-Punkte umfassen und Mindestkenntnisse in den Bereichen Mathematik, Stochastik und Wirtschaftswissenschaften vermitteln. Zur Aufnahme in den Studiengang muss ein Auswahltest bestanden werden.
Der Masterstudiengang Wirtschaftsmathematik wird gleichermaßen von den Fakultäten für Mathematik
und für Wirtschaftswissenschaften getragen. Er vermittelt die vielfältigen interdisziplinären Verzahnungen von Mathematik und Wirtschaftswissenschaften in Theorie und Praxis. Besondere Betonung liegt auf der Fähigkeit zur mathematischen Modellbildung für wirtschaftswissenschaftliche Problemstellungen sowie zur Interpretation der mathematischen Resultate für die jeweils untersuchte Anwendung. Der Studiengang vermittelt fundierte Kenntnisse praxisrelevanter mathematischer Methoden in den Bereichen Stochastik und Optimierung, breite Kenntnisse in mathematischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern sowie spezielle fachliche Vertiefungen bis hin zur aktuellen Forschung.
Im Masterstudium müssen insgesamt 120 LP erworben werden, etwa gleichmäßig verteilt auf vier Semester. Die Masterarbeit besteht aus einem eigenen Modul mit 30 Leistungspunkten (LP). Sie kann in beiden beteiligten Fakultäten betreut werden. Der Masterstudiengang Wirtschaftsmathematik basiert auf den beiden Fächern Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, die von den jeweiligen Fakultäten angeboten werden. Es müssen Module aus beiden Fächern in dem im Folgenden beschriebenen Rahmen belegt werden.
Mathematik
Im Fach Mathematik gibt es die vier mathematischen Gebiete Algebra und Geometrie, Analysis, Angewandte und Numerische Mathematik sowie Stochastik. Es müssen 36 LP erworben werden, wobei jeweils 8 LP aus den Gebieten Stochastik, Angewandte und Numerische Mathematik/Optimierung sowie Analysis kommen müssen. Die restlichen 12 LP müssen durch beliebige Prüfungen aus den genannten vier mathematischen Gebieten nachgewiesen werden.
Wirtschaftswissenschaften
Im Fach Wirtschaftswissenschaften müssen je 18 LP aus den beiden Gebieten Finance - Risikomanagement - Managerial Economics und Operations Management - Datenanalyse - Informatik erworben werden.
Des weiteren müssen zwei Seminarmodule über je 3 LP abgelegt werden, jeweils eines aus den beiden Fächern Mathematik und Wirtschaftswissenschaften.
Weitere 12 LP sind flexibel zu erbringen. Insbesondere ist dadurch die Möglichkeit der fachlichen Vertiefung zur Vorbereitung der Masterarbeit gegeben. Mindestens 8 der 12 LP müssen aus den oben genannten mathematischen und wirtschaftswissenschaftlichen Gebieten oder aus einem Berufspraktikum kommen. Mindestens 3 LP sind durch Schlüsselqualifikationen zu erwerben.
Im Masterstudiengang Wirtschaftsmathematik wird eines der drei möglichen Studienprofile Financial Engineering & Actuarial Sciences oder Operations Research oder Klassische Wirtschaftsmathematik gewählt. Während im letzten Profil eine maximale Flexibilität bei der Zusammenstellung der Module besteht, erfolgt bei den beiden anderen Studienprofilen durch die Wahl von Modulen aus bestimmten Bereichen eine Schwerpunktbildung. Näheres ist dem Studienplan zu entnehmen.
